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Schutz mit optimierter Luft

Schutz mit optimierter Luft Air Liquide Chemiereport

Beim „Modified Atmosphere Packaging“ (MAP) verzögert Air Liquide Verderbsprozesse in Lebensmitteln durch veränderte Zusammensetzung der Luft in der Verpackung.

Aligal-Schutzgase von Air Liquide verzögern physikalische, chemische, enzymatische und mikrobielle Verderbsprozesse in Lebensmitteln. Genutzt werden beim sogenannten „Modified Atmosphere Packaging“ (MAP) natürliche Bestandteile der Luft. Air Liquide zufolge lässt sich bei Produkten mit einer hohen Wasseraktivität die Haltbarkeitsdauer verdoppeln, bei solchen mit geringerer Wasseraktivität bis um das Fünffache verlängern. Das vergrößert den Spielraum bei der Produktionsplanung und der Optimierung der gesamten Distributionskette. 

Die Vorschriften der Europäischen Union über Lebensmittelzusatzstoffe erlauben den Einsatz bestimmter Schutz- und Treibgase, etwa Stickstoff (N2), Kohlendioxid (CO2), Sauerstoff (O2) und Distickstoffoxid (Lachgas, N2O). Diese Gase werden, abhängig von den physikalischen und chemischen Eigenschaften der jeweiligen Ware, einzeln oder als Gemisch eingesetzt. Bei der Auswahl des am besten geeigneten Schutzgases sind folgende Fragen von Bedeutung:

  • Welche Risiken ergeben sich aus der Art des Produkts (z. B. mikrobieller Verderb oder Ranzigkeit)?
  • Welche Eigenschaften weist das jeweilige Produkt auf (pH-Wert, Wasseraktivität, Keimlast)?
  • Wie wird das Produkt konserviert (Kriterien wie Verarbeitungstemperatur, verwendete Zusatzstoffe oder Durchlässigkeit der Verpackung)? 

Herstellen lassen sich geeignete Schutzgase mit dem On-Site-Mischer von Air Liquide. Dieser benötigt weder Stromversorgung noch Magnetventile und arbeitet bei Temperaturen von –40 bis +50 Grad Celsius. Auch bei schwankenden Durchflussmengen ist eine Kalibrierung vor Ort nicht erforderlich. Ein Filter am Mischereingang sorgt unter anderem für die HACCP sowie EC-1935/2004-konforme Erzeugung des Gasgemischs. Die Zweistoff-Mischer sind mit Durchflussraten von 50 oder 100 Kubikmetern pro Stunde erhältlich. Die Geräte können flexibel ausgetauscht und kombiniert werden, um sie jederzeit an neue Erfordernisse anzupassen. Die Gase werden in Tanks beim Anwender gelagert und von diesem vor Ort in den für seine Anwendung optimalen Verhältnissen gemischt. Möglich ist aber auch die Lieferung der für die jeweilige Anwendung optimierten Gemische in Flaschen oder Bündeln. 

Gegen die Oxidation von Fett in Trockenprodukten wie Snacks, Nüssen, Trockenfrüchten oder Chips schützt das Ersetzen der Luft in der Verpackung durch Inertgase wie Stickstoff oder Argon. Bei Flüssigprodukten wie Ölen, Säften oder Wein werden Tanks in der Regel mit Stickstoff inertisiert. Käse und Eiprodukte wiederum werden üblicherweise unter Schutzatmosphären mit relativ hohen CO2-Gehalten verpackt, um mikrobiellem Verderb vorzubeugen. Ähnliches gilt für Brot und Backwaren sowie Wurstwaren und Fertiggerichte. Bei den beiden Letzteren sollte CO2 indessen nicht immer als alleiniges Schutzgas oder als Hauptkomponente im Gasgemisch verwendet werden: Bei manchen Produkten kann sich die Verpackung zusammenziehen, bei Waren mit hohem Wasser- bzw. Fettgehalt kann leicht ein saurer Geschmack entstehen. Die Farbe von frischem Fleisch und Geflügel bleibt in einer mit Sauerstoff angereicherten Atmosphäre gut erhalten. Die zusätzliche Beimischung von CO2 bremst das Wachstum von Mikroorganismen. Bei Obst und Gemüse empfiehlt sich die Kombination von Schutzgasen mit Folien, deren Gasdurchlässigkeit auf die Atmungsaktivität des Produkts abgestimmt ist. Fisch und Meeresfrüchte schließlich werden mit Gasgemischen aus N2-CO2-Gemischen und zusätzlich Sauerstoff geschützt.

Erschienen im Chemie Report Ausgabe 2021.8 - Direkt nachzulesen hier

Air Liquide Austria

Sendnergasse 30, 2320 Schwechat

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