Direkt zum Inhalt

Neues von Air Liquide

Logistik wird ‘grün’: Gase auf Schienen

Donnerstag 31 Jan 14:41 - Lebensmittel

Per Güterzug? Oder doch lieber per LKW? Für die wöchentlichen Kohlensäure-Transporte vom österreichischen Pischelsdorf ins rumänische Ploiești setzt Air Liquide auf den umweltfreundlicheren Transport per Schiene. Aus einer Einzelaktion wurde inzwischen eine regelmäßige Versorgung über den Verkehrsträger Schiene. Gut geplant. Gut getaktet. Und gut für die Umwelt.

Entstanden ist die Direktverbindung im Sommer 2018. “Damals haben wir unseren rumänischen Kollegen helfen wollen, die wiederum per Trailer Kohlensäure für Kunden nach Griechenland transportieren sollten”, erinnert sich Servet Kilic, Leiter Disposition CO2 Europe.

Natürliches Gas für sprudelnde Getränke

Die Moleküle stammen aus einer Bioethanol-Produktion eines Kunden in Niederösterreich, wo es im Prozess entsteht, gesammelt,  aufbereitet und tiefkalt verflüssigt wird. Das zu 100 Prozent natürliche Gas wird von Air Liquide gereinigt, komprimiert, tiefkalt verflüssigt - und schließlich an Kunden in ganz Europa geliefert.  

Per Trailer nach Rumänien also? 1.100 Kilometer für eine einfache Strecke? Ziemlich weit. “Da kamen wir auf die Idee, Kesselwagen für den Gasetransport einzusetzen. Sicherheit und Nachhaltigkeit stehen bei Air Liquide schließlich an oberster Stelle. Zeitlich war das Ganze auch eine echte Alternative!” so Kilic.

Gute Idee. Aber nicht ganz einfache Umsetzung. Denn: Die speziellen Gase-Kesselwaggons können nicht einfach per Lok durch Österreich, Ungarn und schließlich Rumänien unkoordiniert befördert werden. Die bis zu vier Gase-Waggons müssen als Wagengruppe zusammenbleiben. Bei der Bildung von jeweils neuen Anschlusszügen in den sogenannten Rangierbahnhöfen durch die tätigen Eisenbahnunternehmen muss dies beim Rangieren gewährleistet sein.

Befüllung bei Air Liquide Austria in Pischelsdorf

Zur Planung gehört auch die Dauer des Transports. “Rund fünf Tage pro Strecke müssen wir schon rechnen”, so Kilic. Und da darf dann nichts dazwischenkommen. Denn: In den Waggons steigt der Druck, abhängig von bestimmten Einflüssen, täglich um bis zu 1 bar. “Die Druckverhältnisse und der Waggonlauf werden per Telemetrie kontrolliert - das haben wir auf dem Schirm!” so Karl Falkus, Fuhrparkleiter CO2 Europe. “Sollte der Druck vor dem Erreichen des Zielortes zu hoch werden, muss eine gezielte Druckentlastung organisiert werden.

Wöchentlicher Transport

Mittlerweile ist aus der Einmalaktion Routine geworden. Jede Woche rollen 3 Kesselwagen vom Chemiepark in Pischelsdorf, dann über Wien nach Sopron zur österreichisch-ungarischen Grenze. Hier werden die Waggons in den sogenannten ‘Rumänienzug’ eingereiht, der zweimal wöchentlich über Budapest bis zur ungarisch-rumänischen Grenze bis Timișoara und schließlich zum Zielort fährt. Auf nahezu der gesamten Strecke wird eine E-Lok eingesetzt - prima.

Immerhin 150 Tonnen Produkt - das reicht für viele Anwendungen, insbesondere in der Getränkeindustrie. Am Zielort, nach der Eingangskontrolle durch Kollegen von AL Rumänien, übernehmen die rumänischen Transportfahrer die Fracht aus Österreich. Das Umtanken in einen üblichen Straßen-Trailer funktioniert einfach und routiniert.

“Die letzten Wege zum Kunden legen unsere Moleküle dann auf der Straße zurück”, erzählt Kilic. “Aber dennoch ist unsere Nachhaltigkeitsbilanz bei diesen Transporten gut. Statt der drei Kesselwagen wären ansonsten 7 LKWs gefahren. Im Güterverkehr verursacht der LKW pro Tonnenkilometer viereinhalbmal so viel CO2 wie die Güterbahn. Da haben wir mit dem Transport per Schiene ein Plus für die Umwelt erzielt.”

In Summe transportiert Air Liquide rund 5.000 Jahrestonnen an Kohlensäure von Österreich nach Rumänien. Tendenz: steigend.

Tags: Tankwagen